Wie Du schmerzhafte Hühneraugen wieder loswirst.

Es ist soweit! Der tolle Typ hat Dich endlich zu einem Date eingeladen! Alles wäre auch super verlaufen, wenn nur Dein linker Fuß nicht so höllisch weh getan hätte.

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Schon länger hast Du am kleinen Zeh eine kleine, schmerzhafte Verdickung gespürt. Du hast Dir jedoch nichts dabei gedacht. 

 „Du hast ein Hühnerauge", hat Deine beste Freundin gemeint. Ich und Hühneraugen? Keine Chance!", hast Du geantwortet. 

„Und wenn Sie doch recht hatOb meine neuen, sündhaft teuren High Heels damit zu tun haben?", hast Du beim Heimweg gegrübelt.


Jeder Schritt kann zur Qual werden

Fast jeder Mensch macht im Laufe seines Lebens mindestens einmal Bekanntschaft mit den ungeliebten Plagegeistern an den Füßen. Oftmals tut jeder Schritt weh. 

Frauen trifft es meist häufiger als Männer. Warum das wohl so ist? Bestimmt hast Du da schon einen Verdacht!


Hühnerauge? Definition & Entstehung

Hühnerauge? Definition & Entstehung

Der Name klingt unscheinbar, kann jedoch zu einer äußerst schmerzhaften Angelegenheit werden.

Wegen ihrer Ähnlichkeit mit dem Auge eines Vogels wurden die fiesen Plagegeister  früher übrigens auch Krähen- oder Elsternaugen genannt. 

Eine andere Theorie besagt, dass sich der heute gängige Name vom althochdeutschen „hörnin ouge“ ableitet. Das bedeutet soviel wie „hörnernes Auge“. 

Was genau ist ein Hühnerauge?

Ein Hühnerauge ist eine Verdickung der Hornhaut, meist zwischen 5mm und 10mm groß. In seltenen Fällen kann ein Clavus (Link zu Wikipedia), so der medizinische Fachbegriff, auch größer werden.

Clavus ist übrigens lateinisch und heißt Nagel. 

Denkt man an die Schmerzen, die Hühneraugen verursachen können, so trifft diese Bezeichnung selbigen sicher auf den Kopf.

Wo und wie entsteht ein Hühnerauge?

Wo und wie entsteht ein Hühnerauge?

In der Regel entstehen Hühneraugen an den Fußsohlen, an oder zwischen den Zehen oder am Fußrücken. Seltener kommen sie an den Händen vor. 

Meist beginnt die Leidensgeschichte mit einer kleinen, anfangs noch harmlosen Druckstelle. Durch weitere Reizung bildet sich dann eine Schwiele. Dort verdicken und verhornen die obersten Hautschichten.  Die verdickte Hornhaut dehnt sich aus und wächst spitz zulaufend in die Tiefe. 

Anmerkung: Wenn Du mehr dazu wissen willst, dann scrolle zum Ende dieses Artikel. 

Je länger diese Reizung andauert, desto tiefer wächst der Sporn. Trifft er schließlich auf die Knochenhaut, entsteht der stechende Schmerz, der bei jedem Schritt zu spüren ist.

Welche Typen gibt es?

Es gibt sechs Typen (Wikipedia)  von Hühneraugen: 

1. Clavus durus bezeichnet einen harten Vertreter seiner Gattung. Er ist meist an Fußsohlen oder auf den Oberseiten der Zehen zu finden.

2. Clavus mollis ist das Gegenteil, nämlich weich. Er entsteht häufig zwischen den Zehen.

3. Clavus neurovascularis hat kleine Blutgefäße in der Hornhautschicht und ist deshalb ein besonders schmerzempfindliches Exemplar.

4. Clavus papillari erkennt man an einem weißen Rand. Er ist ebenfalls äußerst schmerzhaft. Entweder liegt ein Bluterguss oder eine gallertartige Masse unter der Hornhaut.

5. Clavus neurofibrosus ist vernarbt und weist Nerven- und Bindegewebsfasern auf.

6. Clavus subungalis bildet sich unter den Fußnägeln.


Warze oder Hühnerauge?

Warze oder Hühnerauge?

Wahrscheinlich ist Dir ziemlich egal, welcher Hühneraugen-Typ Deinen Fuß ziert. Du willst ihn so schnell wie möglich loswerden. Doch zuvor solltest Du klären, ob es sich nicht vielleicht um eine Warze handelt.


Bei oberflächlicher Betrachtung sind sich beide ähnlich. 

Auch Warzen (Wikipedia) können an stark beanspruchten Stellen entstehen.

  • Warzen entstehen aber nicht durch zu viel Druck auf Füße oder Zehen. Sie werden durch Viren übertragen und sind deshalb ansteckend. 
  • Während Hühneraugen Einzelgänger sind, haben es Warzen in der Regel gerne gesellig.
  • Ein gelblich durchscheinender, glasiger Kern in der Mitte spricht meist ebenfalls für ein Hühnerauge.
  • Bei genauem Hinsehen erkennst du bei der Warze kleine, schwarze oder rote Pünktchen in der Mitte.

Wenn Du Dir auch nach eingehender Betrachtung (Lupe ) * unsicher bist, solltest Du einen Arzt oder Podologen hinzuziehen.


Drei der häufigsten Ursachen sind...

1. Falsches Schuhwerk & Socken
Zu enge, drückende Schuhe, die den Füßen keine Luft zum Atmen geben, lassen sie entstehen.

Ladies, auch, wenn Ihr es nicht gerne hören wollt: High Heels, Pumps und spitz zulaufende Stiefel fallen unter diese Kategorie. Das ist auch der Grund, warum Frauen häufiger unter Hühneraugen leiden als Männer.

2. Fußfehlstellungen
Fußfehlstellungen, wie zum Beispiel Hallux valgus, Spreizfüße oder Hammerzehen können Clavus verursachen. Auch Überbeine, die zuviel Druck ausgesetzt sind.

3. Rheumabeschwerden, Diabetes, Stoffwechselbeschwerden

Rheuma-, und Diabtespatienten leiden oft auch noch unter Hühneraugen. Menschen mit sehr trockener Haut sind ebenfalls sehr anfällig dafür. 


Hühneraugen enfernen: Hausmittel, selbstständiges Verarzten oder Experte?

Ein wichtiger Punkt vorweg: Bitte komm nicht auf die Idee, Deinen Clavus mit Schere, Messer oder anderen spitzen Gegenständen selbst herauszuschneiden! Dadurch verletzt Du die Haut und öffnest Bakterien und Keimen Tür und Tor. Sie können in den Blutkreislauf gelangen und schlimmstenfalls eine Blutvergiftung verursachen.

Rheumatiker und Diabetiker gehören wegen ihres veränderten Schmerzempfindens grundsätzlich in die Hände von Experten.

6 Hausmittel gegen Hühneraugen!

Ansonsten gilt: Sitzt der Clavus noch nicht allzu tief, kannst Du zunächst versuchen, ihm mit ein paar Hausmitteln,  zu Leibe zu rücken.

Eigentlich kannst Du Deinem Körper nicht wirklich böse sein. Im Prinzip ist es eine Schutzmaßnahme Deiner Haut. Sie bildet gegen den Druck einen einen Puffer.

1. Fußbad

Gönne Dir ein etwa 20minütiges, warmes Fußbad, in das Du entweder ein paar Tropfen Teebaumöl oder Apfelessig gibst.

Beide wirken entzündungshemmend und antibakteriell. So wird die Hornhaut aufgeweicht.

Du kannst den Clavus anschließend mit einem Bimsstein oder Raspel (*) abschaben.

Tipp: Geh dabei aber sehr vorsichtig zu Werke, um keine Verletzungen an der Haut zu riskieren.
 

2. Zitronen-Aspirin-Wickel

Fünf Aspirin-Tabletten werden zerstoßen und mit je einem Teelöffel Zitronensaft und Wasser vermischt.

Diese Tinktur tupfst Du auf die betroffene Stelle und wickelst Deinen Fuß anschließend für ca. 15 Minuten in ein warmes Handtuch.

Salicyl- und Zitronensäure weichen die Haut auf.

Du kannst die Hornhaut vorsichtig mit einem Bimsstein oder Raspel(*) abtragen.

3. Honig

Honig ist bekannt für seine entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften.

Tupfe drei- bis viermal täglich etwas (medizinischen) Honig mit einem Wattestäbchen auf die Hornschicht und lasse ihn einwirken.

4. Hochwertige, kaltgepresste Öle

Hochwertige, kaltgepresste Öle, wie zum Beispiel Mandel- oder Olivenöl, machen nicht nur samtig-weiche Haut, sie weichen auch Hühneraugen auf.

Dafür solltest Du die betroffene Stelle mehrmals täglich mit dem Öl Deiner Wahl einreiben.

5. Knoblauch-Wickel

Das ist ein Tipp für Hartgesottene. Knoblauch soll nicht nur Vampire vertreiben, sondern auch Hühneraugen den Garaus machen.

Einfach eine Knoblauchzehe auf die betroffene Stelle geben, mit einer Mullbinde umwickeln und mehrere Stunden, am besten jedoch über Nacht, einwirken lassen.

Allerdings solltest Du Dir danach gut die Füße waschen, um nicht wegen Geruchsbelästigung aufzufallen.

6. Rosinen-Wickel

Ein Tipp aus Omas Trickkiste, funktioniert wie der Knoblauch-Wickel. Einfach eine Rosine mit einer Mullbinde über Nacht am Clavus fixieren und nach ein paar Tagen solltest Du ihn los sein.

Eins ist sicher: Deine Füße werden deutlich angenehmer riechen als nach dem Knoblauch-Wickel.

ANMERKUNG: Für diese Hausmittel brauchst Du Geduld, denn nicht immer lässt sich der Clavus gleich beim ersten Mal restlos entfernen. Wenn Dir das alles zu aufwändig ist oder Du Zweifel an der Wirksamkeit hast, kannst Du Dir Online oder in der Apotheke Hilfe holen.


Selbstständiges Verarzten: Stift, Plaster oder Tinktur?

Lies hier, welche Methoden das sind und was Du beim Hühnerauge-Entfernen beachten sollten.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Experten. 

1. Hühneraugenstift

Er wird zwei- bis dreimal pro Tag aufgetragen und hat das Ziel, die verdickte Hornhaut schrittweise abzutragen.

Meist sollte sich das Problem nach ca.4 Tagen erledigt haben.

Falls nicht, kannst Du die Behandlung nach einer viertägigen Pause wiederholen.

Die Stifte enthalten meist Salicylsäure und Panthenol.

2. Hühneraugentinktur

Sie funktioniert ähnlich wie der Stift und enthält meist Essig- oder Salicylsäure, die die Hornschicht aufweichen soll.

Sie soll ein- bis zweimal täglich für drei bis vier Tage auf den Clavus aufgetragen, jedoch nicht länger als eine Woche verwendet werden.

Für Tinktur und Stift gilt, dass sie nur auf die betroffene Hautstelle aufgetragen werden sollen.

Die Salicylsäure könnte sonst gesundes Hautgewebe schädigen.

3. Hühneraugen-Pflaster

Sie sind wohl am beliebtesten, weil einfach zu handhaben.

Es gibt sie in verschiedenen Varianten und Formen, mit und ohne Salicylsäure.

Für Hühneraugen an Fußballen und Zehen eignen sich beispielsweise Pflaster ohne Zusätze, die den Schmerz lindern und gleichzeitig den Clavus feucht halten und aufweichen.

Hühneraugen zwischen den Zehen können mit speziell geformten Pflastern behandelt werden, die Druck und Reibung verhindern.

Bei stark verhornten Hühneraugen eignet sich ein salicylsäurehaltiges Pflaster am besten.

Pflaster ohne Salicylsäure sollten in der Regel erst dann entfernt werden,wenn sie sich schon von selbst lösen.

Salicylsäurehaltige Pflaster können 48 Stunden auf der Haut verbleiben und bis zu 14 Tage hintereinander angewendet werden.

Meist sollte der Clavus jedoch bereits nach der ersten Anwendung mit einem Fußbad entfernt werden können.

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Arzt oder Podologe: Wenn nichts hilft, hilft der Experte

Waren alle Mittel erfolglos oder kommen die Hühneraugen immer wieder, muss der Profi ran.

Arzt oder Podologe können sie meistens erfolgreich mit Hobel, Fräse oder Skalpell entfernen.

Bei besonders tief liegenden Hühneraugen hilft oft nur eine Operation.


Sei gut zu Deinen Füßen!

Für den Fall der Fälle lohnt es sich, Hühneraugenpflaster- oder tinktur in der Hausapotheke zu haben.

Wichtig ist, dass du schnell handelst! Denn ein Hühnerauge wird nicht von alleine besser, sondern nur schlimmer.

Doch Du solltest die Ursache kennen, um die schmerzhaften Hühneraugen in Zukunft zu vermeiden.

Ist eine Fuß- oder Zehenfehlstellung die Ursache des Clavus, kann Dir der Orthopäde Einlagen anpassen oder Dich über mögliche Korrekturoperationen beraten.

Ansonsten gilt: Sei gut zu Deinen Füßen!

Gönne ihnen öfter mal ein Fußbad oder eine Massage und verwöhne sie mit reichhaltigen Cremes. Das hält die Haut weich und beugt Druckstellen vor.

Trage gut sitzende Schuhe, in denen Deine Füße genug Platz haben. Lass High Heels & Co. öfter mal im Schrank, es gibt auch schicke flache Schuhe!

Deine Füße danken Dir dafür!



Weitere Informationen findest Du hier:

https://www.netdoktor.at/krankheit/huehnerauge-6866835
https://www.gesundheitsinformation.de/huehnerauge.3340.de.html

Home and Relax:
https://home-and-relax.de/

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Wichtiger Hinweis: Die Informationen in diesem Blogartikel ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Experten (Ärzte, Podologen)

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